Was ist denn das? 

Mit Mental Load ist vor allem die Belastung, die durch das Organisieren von (Alltags)aufgaben (Haushaltsorganisation inkl. Sauberhalten, Aufräumen, Ordnung halten, Wäsche sortieren, waschen, trocknen und wieder sortieren, Kochen, Vorkochen oder Bestellen (wenn ja, was und wo) und die Menge der Lebensmittel und Hygieneartikel im Blick behalten sowie Einkaufslisten schreiben und wissen, was es in welchem Laden gibt, Kinderbetreuung- und begleitung, Terminorganisation, also diverse Termine ausmachen, koordinieren und einhalten, das Merken von Namen diverser Freunde der Kinder, derer Geschwister und am besten noch Cousinen, den Überblick zu behalten über die Anzahl an langen Kinderhosen, noch passenden Mützen und intakten Matschhosen...) entsteht, die oft als nicht der Rede wert erachtet und empfunden werden und daher oftmals unsichtbar sind bzw. von anderen als “erledigt” gelten, ohne den mentalen Aufwand dahinter zu sehen, der die Bewältigung der Aufgaben mit sich gebracht hat.

Ich denke, Mental Load gibt es in jedem Lebensbereich. Ich schreibe aus meiner Sicht als Elternteil, insbesondere als Mama, da ich nunmal Mama bin. Über Mental Load in der Elternschaft neben der Care Arbeit und anderen Dingen. 

Lange Zeit kannte ich den Begriff nicht, aber die Bedeutung dahinter. Wie oft fallen Sätze - nicht nur bei uns, sondern in vielen Familien - wie: “Keiner sieht, was ich mache.” “Ich bin abends müde und erschöpft und weiß nicht warum.” “Man sieht gar nicht, dass ich was gemacht habe.” “Keiner wertschätzt was ich mache.” “In meinem Kopf dreht sich alles.” “Ich muss ich mich um alles kümmern.” “Keiner macht hier etwas.” usw.

Die Generationen vor uns haben es uns größtenteils so vorgelebt. Ein Elternteil - meistens die Mutter - hat sich um die Kinder, den gesamten Haushalt, das Essen, das Einkaufen, um Arzttermine und Urlaubsplanungen und -buchungen sowie um die Finanzen gekümmert. Hat das Baby genug Windeln, Essen und Trinken? Haben wir Medizin für den Notfall daheim und ist der nächste U-Termin schon ausgemacht? Hat das Kind Essen für den Kindergarten, die Schule, mittags daheim? Hat es genug passende Kleidung? Ist genügend Sonnencreme da und sind alle Sandspielsachen sowie die Kleidung für Kindergarten und Schule beschriftet? Zusätzlich kamen noch die Versorgungen der eigenen Eltern oder anderer Angehöriger dazu. 

Jetzt ist es für unsere Generation neu, schwierig und ungewohnt, anders leben zu wollen. Wir sind uns dessen bewusst, dass wir etwas ändern wollen und müssen. Denn Mental Load kann eine große, nicht zu unterschätzende Belastung darstellen. Die Umsetzung liegt an und in uns, der Kommunikation untereinander und dem Willen es unseren Kindern anders vorleben zu wollen.

Für manche ist Mental Load kein großes Problem. Für manche - und das sieht man ihnen von außen nicht unbedingt an und kann es daher eventuell nicht nachvollziehen - bedeutet Mental Load eine große Belastung, die nicht selten gesundheitlichen Auswirkungen mit sich bringt. 

Wenn es die Möglichkeit gibt - und ich weiß, das ist nicht überall der Fall, aber Überlegungen sind manchmal lohnenswert - dann bezieht das andere Elternteil, Großeltern, Tanten, Onkel, Leihgroßeltern, Nachbarn oder einen Babysitter mit in euren Alltag und euer Leben ein. Je größer das Netzwerk umso besser. Für euch. Für dich.

 

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