Gedankenwelt

Mein Abnehm-Weg Teil 4

von

Nach einem Jahr waren 12 kg weg und ich war vorstellig bei einer neuen Frauenärztin. Die, die mich schnellstmöglich in die Klinik eingewiesen hat wegen der Schwangerschaftsvergiftung, ist in den Ruhestand und ich dachte, nunja, ich könnte ja direkt bei ihrer Nachfolgerin in derselben Praxis bleiben. Pustekuchen. Sie sah mich abschätzend über ihren Schreibtisch hinweg an und meinte, sie wisse ja nicht wieviel ich wiege, aber so wie es aussähe, müsste ich mit dem Kinderwunsch noch warten. Es sei total wichtig, vorher abzunehmen und nicht mit Übergewicht in die nächste Schwangerschaft zu starten, da ich sonst wieder Komplikationen riskieren würde. Ich war so stolz auf meine bereits verlorenen Kilos und fühlte mich kein bisschen ernst genommen und respektlos behandelt. Dass ich in diese Praxis n12 kg weg in einemie wieder einen Fuß in die Tür setzen würde, war mir mehr als klar. Ich fand eine neue Frauenärztin, die sich kompetent verhielt und mit dem Thema Schwangerschaftsvergiftung auskannte. Sie bekräftigte mich auch in dem Vorhaben mich an die Ernährungs- und Vitamin-Vorhaben der Gestose-Frauen (Arbeitsgemeinschaft der Gestose-Betroffenen e.V.) zu halten. Bei der vorherigen Frauenärztin habe ich dafür leider kein Verständnis geerntet. Da mir - auch bei einer möglichen Schwangerschaft - die Ärztin aber leider zu weit weg war, suchte und fand ich in Wohnortnähe ebenfalls eine einfühlsame Frauenärztin. Bei dieser blieb ich bis heute.

Im Februar 2020 begann ich nach langem Überlegen mit Intervallfasten. Ich traute mich nicht, sofort mit 16:8 zu starten. Zu abwegig erschien es mir, dass ich das schaffen könnte. Prägten mich doch seit Kindesbeinen an Glaubenssätze wie: “Morgens muss man nach dem Aufstehen gleich etwas essen. Es muss was im Magen sein, sonst wird dir schwindelig.” “Nicht ohne Essen im Magen aus dem Haus gehen.” “Regelmäßig essen / Achte darauf immer genug zu essen, sonst wird dir flau / bekommst du Kreislauf-Probleme.” Ich begann also mit 15:9 und fand mich erstaunlicherweise recht schnell damit zurecht. Ich vermute das lag daran, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt schon seit über einem Jahr auf meine Ernährung achtete, 12 kg weniger wog und meine Portionsgrößen sich parallel zu dem was ich zu mir nahm geändert haben. Irgendwann war es ein fließender Übergang zu 16:8 und bis auf wenige Ausnahmen habe ich das bis heute beibehalten. Ebenso meine regelmäßigen Laufeinheiten - 3 bis 4 sind es wöchentlich auf jeden Fall. Seit Sommer 2021 mache ich noch einmal wöchentlich Muskelaufbautraining, denke aber nicht, dass das soviel Einfluss hat. Es rundet die Sache einfach nur noch ab. 

Ich habe in 22 Monaten 20 kg abgenommen und danach nochmals ganz zäh 8 kg in ca. 12 Monaten. So bin ich nun im November/Dezember 2021 bei einer Gewichtsabnahme von 28 kg angekommen und bin gespannt wo mich der Weg noch hinführen wird. 2 - 3 kg dürften von mir aus gerne noch sein  - sind aber kein Muss. Ich bin zufrieden und kann mir auch gar keinen anderen Lebensstil mehr vorstellen. Die Ernährung, wie ich sie jetzt führe und auch das Intervallfasten werden mich sicherlich noch lange begleiten.

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