Ich beginne gerade loszutippen … ”Mama, ich wollte doch ein Brot mit Honig und nicht mit…” “Scheiße!!!” Brülle ich. Weil ich zum gefühlt 10. Mal unterbrochen werde und nicht zu Ende denken, geschweige denn endlich tippen kann. “Mach dir dein Brot doch selbst!”. Holla, die Waldfee. Wer spricht denn da? Bin ich das etwa? Ich mache dir doch immer gern Essen, Snackteller oder ein geschmiertes, belegtes Brot. Und ich will eigentlich gar nicht laut werden oder blöde Sachen zu dir sagen.

Aber manchmal bricht die Wut eben auch aus mir aus. Kaum habe ich meinen Unmut kundgetan, fühle ich mich schlecht und denke schon darüber nach, mit dir zu reden, warum ich so reagiert habe und dir zu sagen, dass es mir leid tut. Entschuldigen werde ich mich nicht. Denn dann lege ich die Verantwortung für meine Gefühle und mein Verhalten in deine kleinen Hände. Und das finde ich nicht richtig. Ich will nicht, dass du mich von meiner Schuld befreist.

Überall liest man wie wichtig es sei, sich bei seinem Kind zu entschuldigen, wenn man sich fehl verhalten hat. Gemeint ist aber, denke ich, eher mit der jeweiligen Person ins Gespräch zu gehen, seine Gefühle zu erklären und zu sagen, dass einem das Verhalten leid tut, es unangemessen war bzw. warum es überhaupt dazu kam. Ich finde auch, dass es nicht super notwendig ist, sich direkt im nächsten Moment zu “entschuldigen”, weil das für mich eher klingt wie “Ach, schnell entschuldigen. Dann ist das auch abgehakt.” Wichtiger finde ich, sich zu sammeln und zu einem späteren Zeitpunkt einen geeigneten Moment zu finden, um miteinander zu sprechen. Dann schafft man es auch, in Ruhe zu sprechen, ohne dass die Gefühle wieder aufkochen. Man hatte vorher Zeit, nachzudenken und zu reflektieren. Klar, manchmal will das auch schnell gesagt werden, weil es einem wirklich unglaublich leid tut.

Im Endeffekt ist es immer situationsabhängig. Aber ich denke, vorschnelles Handeln könnte unauthentisch rüberkommen. Einfach von Fall zu Fall entscheiden. Und immer im Gespräch miteinander bleiben und nichts ungesagt lassen.

Kommunikation ist alles und schafft Verbindung.

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