Meine Welt war schon immer bunt. 

Mein Kinderzimmer war rosa gestrichen. Darüber hingen aber etliche Poster meiner Lieblinge. Im neuen Zuhause hatte ich erst “nur” Poster an den weißen Wänden. Irgendwann war das Zimmer dreifarbig. Grüne und orangene Tapete sowie eine blau gestrichene Decke. Und an den Wänden immer noch ein paar Poster und Bilder, wenn auch nicht mehr ganz so viele.

Mein Kleidungsstil war bunt chaotisch. Mit Jeans-Schlaghose, beiger Cordhose, orangener oder grüner Baggy Pants mit schwarzen Karos, Shirts mit allerlei Mustern und Farben und dann am besten noch bauchfrei sowie Stiefeln mit klackerndem Absatz oder Ballerinas mit grünem Lack.

Meine Haare trugen farbige Spangen aller Art oder bunte Gummis schmückten meine selbstgemachten geflochtenen Zöpfchen am gesamten Kopf. Nur Farbe ließ ich nie an meine Haare ran.

Meine Augenlider haben von gelb, braun bis rot schon alles gesehen und mit grünem Lidschatten ging ich eine sehr lange Zeit lang zur Arbeit.

Frisuren und Kleidungsstil sowie Make Up haben sich mit der Zeit gewandelt.

An mein Gesicht kommt nur noch Naturkosmetik. Lippenstifte hab ich für mich entdeckt. Lidschatten gibt es nur noch ab und an. Dafür benutz ich plötzlich Concealer und tusche umso stärker meine Wimpern.

Mit Frisuren experimentiere ich aus verschiedenen Gründen nicht mehr viel. Dafür habe ich wesentlich kürzere Haare als noch vor 6 Jahren. 

Lange Zeit war es mein Wunsch keine Muster mehr in meinem Schrank vorzufinden. Einfarbige Kleidung sollte her. Ich hab das nur langsam geschafft und noch immer ist das ein oder andere Kleid oder Shirt mit Muster nicht aus meinem Kleiderschrank wegzudenken. Ich hab immer noch eine Schwäche für außergewöhnliche Schnitte und Stile, auffällige Farben und interessante Muster. Aber ich wähle Kleidung bedachter. Woher kommt sie? Wie ist die Qualität? Wird sie fair und nachhaltig produziert und aus welchem Material ist der Stoff? Meine Ansprüche an Kleidung sind gestiegen. Was nicht heißt, dass ich keinen Spaß mehr an Klamotten hätte. Ich bin nur etwas genügsamer geworden. Bunt kann ich übrigens auch aussehen, wenn ich keine Muster trage.

Ebenso meine Wohnung zeichnet sich durch “bunt” aus.

Oft habe ich darüber nachgedacht, dass ich anders sein möchte. Einfarbiger. Grauer. Schwarzer. Weißer. Aber ich finde meine bunte Welt spiegelt gut mein inneres wider. Und irgendwie hab ich nun den Musikgeschmack außer Acht gelassen. Auch dieser kann bunter fast nicht sein.

Ich hab mich angenommen wie ich bin. Ich kann nicht anders sein als bunt. Das wäre nicht ich. Und das ist gut so. Ich bin gut so.

Wie bunt ist deine Welt?

 



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